ANTIKA.SYLT - DIE MESSE FÜR ALTE KUNST 11.8. -17.9.17 - LIST/SYLT
ANTIKA.SYLT -  DIE MESSE FÜR ALTE KUNST 11.8. -17.9.17 - LIST/SYLT

FAIRY TALES - SANDRA MANN, FOTOGRAFIE

Die Grenze zwischen Inszenierung und Wirklichkeit ist stets fließend. Das Spiel mit dieser Grenze ist wesentlicher Bestandteil der Fotografie von Sandra Mann. Viele Jahre lang hat sich Sandra Mann an diese Grenze herangearbeitet, die Kamera als ständige Begleiterin. „Ich sehe mich als Chronistin dieser Zeit und unserer skurrilen Gesellschaft“, sagt die Frankfurter Künstlerin.

In Sandra Manns Fokus stand zunächst die Abbildung der Realität. „Die Fotografien der Serien ,Nightlife‘ und ,Daylife‘ entstanden seit 1996 und sind Verbildlichungen meines Denkens, eine Art visuelle Ulysses. Etwa so wie Bildskizzen oder ikonografische Tagebuchnotizen.“ Seit dem Jahr 2011 beschäftigt sie sich intensiv mit inszenierter Fotografie. „Im Gegensatz zu früher, als ich viel dem Zufall überlassen habe, nutze ich die Fotografie nun ähnlich wie einen Text. Nicht mehr das Finden einer bemerkenswerten Situation steht im Vordergrund, sondern das Konstruieren und Senden einer Botschaft. Die einzelnen Bildelemente – die Komposition, Farbgebung und Details – sind die Buchstaben dieses Textes. Die Bilder einer fotografischen Serie beziehen sich aufeinander und ergeben wie Wörter schließlich ein ganzes Buch.“
 Sandra Mann nutzt hierbei die Sehgewohnheiten der Betrachterinnen und Betrachter, um sie auf die falsche Fährte zu locken, so offenbaren sich die wahren Botschaften der Fotos oftmals erst auf den zweiten Blick: Es sind keine Monet-Seerosen, die so offensichtlich den Teich mit der schönen Badenden zieren. Es sind Hunderte weißer, zerdrückter Plastikbecher. Die Polizistin auf dem Pferd reitet in Wirklichkeit auf einem seltenen Pinzgauer Rind. Und bei einem Pärchen im Wald sind im Spiegel die Körper, die Geschlechter, vertauscht. „In meinem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach habe ich mich intensiv mit Wahrnehmungs-Psychologie auseinandergesetzt, mich mit Verdrängung und der Wirkung von Bildern beschäftigt. Diese Faktoren sind in meinen Fotografien eingebettet“, erklärt Mann.

Sie absolvierte ihr Studium mit Diplom und Auszeichnung an der HfG Offenbach bei Lewis Baltz und Heiner Blum. In ihrem genreübergreifenden Werk – sie bedient sich einer großen Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen wie Fotografie, Installation, Skulptur, Video – befasst sie sich konzeptuell mit der Beziehung der Menschen zueinander, zur Natur, zur Umwelt, Tierwelt oder Genderthematik. Ihre Arbeit ist durch die Erforschung der Grundlagen der Fotografie, Bildsprache und Bildwahrnehmung geprägt, was sie auch lehrt. Außerdem kuratiert sie Ausstellungen im In-und Ausland und arbeitet als Jurymitglied bei Fotografie- und Kunstwettbewerben. Sie hat neben diversen Preisen das Stipendium der Universitätsstiftung Augsburg erhalten, das Stipendium der Künstlerhilfe oder das Helsinki-Reisestipendium des Kulturamts Frankfurt. Sie ist Kunstbotschafterin der Keep The World Foundation und der Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten. Ihre Werke sind in nationalen und internationalen Sammlungen vertreten u.a. im Museum für Moderne Kunst Frankfurt, MUCA Mexiko Stadt, Kunsthalle Wien, DZ Bank, Kunsthalle Mannheim oder in der Art Collection Deutsche Börse Photography Foundation. Das Foto "231100-0002 Sandra mit Bart" wurde vom Stern Magazin 07/2015 als eines der besten Fotografien der Gegenwart ausgezeichnet.

 

sandra-mann.de

FAIRY TALES - CATRIN ROTHE, MALEREI

Catrin Rothe malt in Rätseln – alles kann sein und alles kann nicht sein und alles kann so sein und anders.
Diese Bilder geben keine Antworten, sie sprechen von Möglichkeiten, die unsere eigene Fantasie erschafft, abhängig von unserer individuellen Wahrnehmung und unserer emotionalen Erfahrung von Welt. „Alles bleibt offen“, sagt Catrin Rothe, „ich gebe keine Lösungen.“ Und dieses Offene bietet dem Betrachter den Raum für eigene Affekte und Interpretationen. Da ist Raum, um sie weiter zu malen, sich hinzugeben an eigene Bilder im eigenen Kopf. Das macht sie so tiefgründig, das zieht uns in ihren Bann. Sich der Welt dieser Werke überlassen, heißt sich der schöpferischen Kräfte der eigenen Psyche hinzugeben, unser eigenes Märchen zu erleben in der eigenen Gedankenwelt. Auch das macht ihre Magie aus, dass sie uns auffordern über das rationale Verstehen von Welt hinaus zu fühlen, dorthin, wo das Kopfdenken aufhört und das Herzdenken beginnt.

catrinrothe.com

IMPRESSIONEN FAIRY TALES